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Kaltstart: Nürnberg – Offenbach – Kleinkems

Wir sind unterwegs! Der Start war aber alles andere als einfach. Und es ist kalt. Am Nacht davor hat es kräftig geschneit. Keine gute Voraussetzungen für eine Radreise.  Aber wir freuen uns auf das Abenteuer.Und wir haben uns den Zeitpunkt ja selbst gesetzt. Also gibt es keine Ausreden, extremes Wetter werden wir mehr als einmal erleben, warum also sich nicht gleich daran gewöhnen?

Schwierig ist auch der Abschied von Freunden und Verwandten. Wir haben noch die Tage zuvor überlegt wie es sein würde, wenn es los geht, wahrscheinlich realisieren wir das nicht wirklich. Wie im Film. Jetzt ist es aber soweit. Weinen wollte eigentlich keiner, aber Tränen sind trotzdem geflossen. Man merkt doch, dass das loslassen, der Schritt in das Ungewisse und in das Abenteuer nicht so einfach ist und es wird sicher noch einige Zeit brauchen um die „Umstellung“ zu meistern. Nicht nur für uns, sondern auch für alle anderen, die wir zurück lassen.

Die Sachen haben wir  Tage vorher bereit gestellt und gepackt, die Lastesel waren fahrbereit. Da unsere Räder (leider) erst das Wochenende davor komplett fertig geworden sind, hatten wir nicht die Möglichkeit die Räder samt Gepäck Probe zu fahren. Der erste Testfahrt war also gleich der Start. Natürlich war der Anfang nicht ganz ohne Schwierigkeiten, trotzdem hatten wir unseren Spass:

 

Nach unseren Testfahrt haben wir uns von unseren ersten Familienmitgliedern verabschiedet. Und dann ging es los: Zuerst haben wir unser lieben Freunde Inge und Bernhard besucht und bei selbstgemachten, leckeren Kuchen und Kaffee schweren Herzens verabschiedet (danke dafür, der Kuchen hat die ersten Kilometer wirklich leichter gemacht). Von Mögeldorf sind wir dann Richtung Fürth wo wir Akira, den zweiten Sohn von Sonja kurz verabschiedet haben. Zwischendurch sind wir auch von vielen sogar schon auf der Strasse angesprochen wurden, wohin wir unterwegs seien mit so viel Gepäck und mitten im Schnee um die Jahreszeit. Mit so eine Resonanz hatten wir überhaupt nicht gerechnet.

Untrainierte Kaltstart

Ab ca. 13 Uhr konnten wir dann die ersten 70km in Angriff nehmen. Das es nur knapp 40km werden, hatten wir jedoch nicht geahnt. Die Kälte und das Gesamtgewicht haben wir sehr unterschätzt. Über Zirndorf sind wir rausgefahren aus Nürnberg Richtung Ansbach. Nach kurzen Eingwöhnung sind die Räder gerollt. Wir sind jedoch nur bis nach Weihenzell gekommen. Die ersten Hügel hatten es in sich und haben uns das letzte abverlangt. In eine kleine Ferienwohnung in der Nähe von Weihenzell haben wir schliesslich eine Unterkunft für die Nacht gefunden. Fürs Zelten waren wir einfach zu kaputt und der geplante Campingplatz war noch 30km entfernt und für uns an dem Tag unerreichbar.

Nach einer ausgiebigen Frühstück und der herzlichen Unterhaltung mit unser Gastgeberin sind wir wieder auf´s Sattel um auf der geplanten Route weiter zu fahren. Ursprünglich wollten wir ja gleich Richtung Schwarzwald. Jedoch haben wir unseren Visa für Russland, Kasachstan, Usbekistan und Tadjikistan bei einem Reisebüro beantragt. Also mussten wir den Umweg nehmen über Offenbach um die Unterlagen persönlich abzuholen. Für die Strecke haben wir 3 Tage eingeplant, es wurden 5 Tage daraus. Das ist natürlich ausbaufähig, denn wenn wir an die Strecken dann in Russland oder Kasachstan denken, dort haben wir 30 Tage Zeit um gut 2000km abzustrampeln. Das heisst 1 Tag Pause in der Woche und jeden Tag 80-100km zu fahren. Bis dahin sind wir aber sicher topfit.

In den letzten Tagen haben wir das Main-Tauber Kreis überwunden und hatten sehr viel zu kämpfen mit Kälte, Wind, Regen ( teilweise Hagelschauer ), Hügel und dem Verkehr. Mit einen kräftigen Rückenwind und ein Sonnen Wolken Mix zwischendurch, haben wir dann den Main nach 4 Tagen erreicht.

Wir haben auch angefangen unsere Equipment bereits nach zwei Tagen zu selektieren und zu reduzieren. Alles was doppelt oder einfach unnötig war, weg zu schmeissen ( z.b wozu brauchen wir ein Neopren Badehose oder 3 Badenazüge? ) Somit haben wir wieder viel an Last verloren.

Wir kamen jedoch auch immer besser voran, von 40 auf 50km, bis wir zuletzt auf das eigentliche Soll von 80km / Tag gekommen sind.

In Offenbach angekommen haben wir im Reisebüro leider erfahren, das noch eine unsere Visa nicht fertig ist. Ohne Reisepässe also sind wir, um den „Umweg“ wieder einzuholen, in den Zug eingestiegen und Richtung Schwarzwald gefahren.

Hier sind wir von meiner Schwester Niki und Schwager Andi sehr herzlich empfangen wurden und haben auch meine neugeborene Nichte gleich in die Arme genommen.

Nun warten wir auf unsere Reisepässe damit die Reise weiter gehen kann. Die sollen bereits hierher unterwegs sein und am Dienstag eintreffen.

Unsere nächsten Ziele sind Basel – Bodensee – Allgäu – Garmisch.

Wie es danach weiter geht, ob wir Richtung Österreich oder gleich Richtung Slowakei / Tschechien / Polen fahren, lassen wir das Wetter und unsere Fitness entscheiden. Das bekommt Ihr aber rechtzeitig mit 😉

Sonja und Akos