Die Radkarawane von Ryzan

Europa Russland
von am 13. Juni 2016

30 Tage Zeit, um Russland mit dem Rad, inklusive Moskau zu erkunden sind eindeutig zu wenig. Aber es half nichts wir hatten eben nur 30 Tage Visum und mussten schon nach 2 Tagen Moskau wieder aufbrechen Richtung Kasachstan um die Strecke auch rechtzeitig zu schaffen.

Unsere nächstes Hauptziel sollte Samara sein, in ca 1.000km Entfernung. Dazwischen lagen noch Städte wie Ryzan und Pensa, die nicht weniger klein sind. Von Odintsovo ging also Richtung Ryzan: das hiess, zuerst sich durch die 3.-5. Verkehrsring von Moskau durchzukämpfen, d.h. erstmal ca 80km um Moskau herum zu fahren, bevor es Richtung Süden ging. Der Verkehr war der Wahnsinn, ein Ritt auf der Kanonenkugel, inklusive die Abgase. Die Strasse im Video ist übrigens keine Autobahn, das ist der 3. Ring von Moskau. Dementsprechend kann man sich leicht vorstellen, was bei Nr. 2 und Nr.1 los war.

Auf den weg nach Ryzan haben wir überlegt, was wir machen können wegen unseren Visa Problem – zu der Geschichte: wir haben eine Reisebüro beauftragt um all unsere Visa zu erledigen bis Kirgistan. Das haben die auch geschafft, nur haben Sie das Datum für das Russland Visum falsch beauftragt. Sie haben schlicht den 31.05 vergessen. Unsere Russland Visa lief also von 01.05-30.05 und das kasachische startete aber erst am 01.06. Somit hatten wir für den 31ten keine Visa für beiden Länder. Theoretisch hätten wir am 31.05 zurück fliegen müssen nach Deutschland und die Reise wäre zu Ende gewesen. Das war unsere grösster Sorge. Also haben wir geplant in Ryzan ein Tag länger zu bleiben und uns darum zu kümmern. Wir haben den Tipp bekommen, das wir zum Migrationsbehörde, kurz FMS, gehen sollten, dort sollten wir unsere Visum sicher um ein Tag verlängert bekommen.

Bei FMS angekommen, haben die uns nur angeschaut,was wir jetzt eigentlich möchten. Sie sahen keine besonderen Grund unsere Visa zu verlängern. Hmm…okay. Also weiter telefonieren mit dem deutschen Botschaft in Moskau, den kazachischen Botschaft in Moskau, die deutsche  Vertretung in  Kazachstan, irgendjemand musste doch mal nachgeben. Letztendlich haben wir die Verbindungs – Reisebüro im Moskau, die unseren Visa ausgestellt hat, erreicht. Sie meinten, das sich sich darum kümmern. Leider hat das, nach ca. 10 Tage Wartezeit auch nicht gebracht und wir mussten es an der Grenze darauf ankommen lassen. Dazu später aber mehr.

Aus der zwei Tagen Aufenthalt in Ryzan wurden es schliesslich drei. In der Zeit ist auch Christian von Moskau aus losgefahren in unsere Richtung. Wir haben für Ihn ein Zimmer in den gleichen Hotel reserviert und am zweiten Tag ist er dann nachgerückt. Wir haben bei einen typisch Fernradler Abendessen inklusive Bier und Vodka auf der Hotelzimmer unseren Wiedersehen gefeiert. Wir haben beschlossen bis Pensa zusammen zu fahren. Das war für uns auch eine neue Erfahrung, da wir ja seit 2 1/2 Monaten ja nur alleine auf den Rad unterwegs waren.

Am ersten Tag ging jedoch nicht viel. Der Kater vor Vorabend hatte uns voll im Griff. Da wir nicht wirklich voran kamen und ich mich selbst schon wie Kurt Kobain gefühlt habe, vor laute Haare auf den Kopf, beschlossen Christian und ich an eine Tankstelle zum lokalen „Friseurmeister“ zu gehen. Gelernt hatte er den Beruf nicht wirklich, evtl. im 1. Monat abgebrochen. Jedenfalls hatte er den Salon in eine Verschlag aufgebaut mit Spiegel und einen Stuhl. Nachdem er mich mit der Schneidemaschine bearbeitet hat, wobei er alle Nummer von oben nach unten probiert hat, kam er mit der Schere. Zum Glück hab ich recht dichtes Haar, so das man die Büschel nicht wirklich sah, die er mit rausgerissen hat. Der Friseurmetzger war nicht wirklich zart, aber sichtlich mit dem Ergebnis zufrieden. Ich wünschte anschliessend Christian noch viel Glück und Kraft bevor es bei Ihm losging 🙂

Unsere Karawane hat Richtung Pensa super funktioniert, stellenweise haben wir sogar etwas belgische Kreisel geübt 😉 Es ist schon was besonderes als so eine Gruppe unterwegs zu sein. Unterkunft zu dritt zu finden war aber immer abenteuerlich. Beim Zelten haben sich die Mücken natürlich über mehr Blut gefreut und haben uns regelrecht wie im Blutrausch überfallen, sobald wir von Rad gestiegen sind und unseren Zelt aufgeschlagen haben. In Welkiki KLui wurden wir von ein Horde selfiesüchtigen Teenies zum feiern und primär zum Vodka trinken und Selfies machen, eingeladen. Eine der Mädels hatte Ihre 18te gefeiert. Sie lallte was auf russisch. Auch wenn wir russisch verstanden hätten, hätten wir wahrscheinlich nichts verstanden. Es war auch ein Wunder, das die meisten, bei der Menge Vodka, noch überhaupt stehen konnten. Wir hatten jedenfalls einen tollen Abend.

Unsere Karawane rollte und harmonierte perfekt bis wir in Pensa angekommen sind. In Pensa hiess es nochmal eine Pension zusammen zu beziehen und ausgiebig amerikanische Pizza und Bier zu geniessen. Als Abschluss unsere gemeinsame Zeit, sind wir noch in Pensa ins Bierparadies gegangen. Wir hatten uns am nächsten Morgen schweren Herzens voneinander verabschiedet. Wenn man zusammen Abenteuer bestreitet, wächst die innere Zusammenhalt in so eine Gruppe sehr schnell. Man verlässt sich auf den anderen und man fühlt sich auch sicherer. Das wieder loszulassen ist manchmal nicht einfach. Wir könnten auch vorstellen das es für Christian schwieriger war als für uns, wir sind ja dann weiter zu zweit unterwegs. Es war eine tolle Zeit mit Christian und wir haben uns vorgenommen in Kasachstan, wenn der Plan stimmt, die Karawane auf der Seidenstrasse wieder  zu verlagern und zusammen  nach Shymkent zu radeln.

Wir freuen uns drauf 😉

 

P.S. Hier könnt ihr die Abenteuer von Christian verfolgen:

http://nen-schlenker-nach-osten.blogspot.ru/

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