Entlang der Wolga nach Samara

Europa Russland
von am 13. Juni 2016

Die Woche Richtung Samara gestaltete sich etwas langatmig. Die Strasse war am Anfang nicht sonderlich abwechslungsreich dennoch gut zum fahren, je weiter wir aber Süd und Südosten kamen, wurde die Landschaft reizvoller. Kasachstan war jedoch immer noch in weite Ferne. Samara sollte sich als ein weiteres Highlight unsere Reise herausstellen. Wir sind also ohne Christian ab Pensa losgefahren. Wir haben uns an die Zweisamkeit wieder eingestellt. Die Strasse war recht eintönig, viele LKW Fahrer, die zwischen Moskau und Samara pendeln. Auf den Weg haben wir viele Verkäufer gesehen die Honig, Wurst und ähnliche Leckereien verkauft haben.Nach ca 250km haben wir an eine Raststätte übernachtet. Hier ist der Worst Case passiert: wir wollten unsern Mails über das Laptop abrufen. Nur hat sich der Laptop nicht mehr einschalten lassen! Unsere Bilder und die ganzen Daten! Bis Samara waren es noch gut 5 Tage. Über das Handy haben wir ein Apple Service Center ausfindig gemacht und hofften auf schnelle und günstige Reparatur. Sie haben uns ganz schön  gelinkt, dazu aber später mehr.

Wir haben einen Oblast (Bezirk) nach dem anderen passiert, dabei auch ein paar merkwürdige durchfahren (Oblast Wodka?). In manchen Regionen waren die Leute sehr zuvorkommend und haben uns geholfen, andere Regionen haben uns garnicht unterstützt und haben auch versucht überteuerte Hotelzimmer uns anzudrehen. Was allgegenwärtig war ist der Verkehr. Typisch Russland eben.Samara ist it über 1 Million Einwohnern ein recht grosse Stadt für deutsche Verhältnisse. Samara ist für viele Dinge bekannt: hier war der einzige Bierbrauerei russlandweit. Die Leute kamen aus ganz Russland um hier Bier zu kaufen. Noch heute wir fleissig Bier gebraut und verkauft. Stalin hat dort seine berühmten Stalinbunker gebaut.Und Samara wird auch der Stadt der Raketen genannt. Hier wurden die Sojus Raketen für die russische Raumfahrt gefertigt. Heute kann man ein Exemplar noch direkt neben der Hauptverkehrsstrasse besichtigen.Nicht zu vergessen auch die endlos lange Wolga Strandpromenade. Samara ist sowieso ein sehr lang gezogenes Stadt mit über 50km Länge.Für unsere Unterkunft haben wir uns wieder für Couchsurfing entschieden. Wir haben bei Irina und Ihre Familie für zwei Nächte eine Bleibe bekommen. Sie haben uns Abends die Stadt gezeigt, wir konnten von den schönsten Plätzen von Samara ein paar Bilder machen.Wie immer war die Zeit sehr intensiv aber zu knapp.  Irina und Ihre Familie haben mittlerweile auch Nürnberg besucht und vor allem die Tradition „Weihnachten“ mit erlebt, mit Christkindlsmarkt und allen was dazu gehört.

Nun  zurück zur Apple Store. Die Reparatur sollte 1.000€ kosten. Wir haben uns, da wir ja ein Laptop brauchen, dagegen entschieden und in den nächsten Media Markt ( ja gibt es auch in Russland) ein neuen, kleineren Laptop zugelegt. Wir wollten das alte Laptop später unterwegs reparieren lassen. Also haben wir das auch mitgenommen. Blöd war nur, das während wir einkaufen waren, die Apple Werkstatt das noch vor der Fahrt ausgetauschte Display gegen ein defekten getauscht hat, quasi als Wiedergutmachung, weil wir es nicht repariert haben. Toll! Haben wir natürlich erst Tage später gemerkt. Wir haben das Laptop jetzt aber wieder reparieren können für ein zehntel des Budgets. Also kurz gesagt: eine offizielle Apple Betrugs-Werkstatt.

So sind wir weiter Richtung kasachische Grenze mit der Hoffnung und Zuversicht, dass unsere Visa doch noch  seine Gültigkeit behält.

TAGS
RELATED POSTS
Übersetzung